Die meisten Tierschützer, die sich um den Auslandstierschutz annehmen, haben kein eigenes Tierheim, sondern sind auf Pflegestellen angewiesen, um ihre Notnasen unterzubringen - so wie wir auch. Was heisst Pflegestelle? Prinzipiell kann jeder, der Tiere liebt, sie respektiert und ihnen ein artgerechtes Leben bietet, Pflegestelle werden. Prädestiniert für solche Aufgaben wären zum Beispiel Leute, die sich vielleicht keine eigenen Tiere leisten können, denn die Lebenshaltungskosten an Hundesteuer, Haftpflicht, Tierarzt und Futter sind kein Pappenstiel. Oder Leute, die bereits einen Hund und noch Zeit für einen zweiten haben. Oder Leute, die gerne einen Hund hätten, jedoch öfters in den Urlaub fahren und sich nicht so “anhängen” lassen wollen.


Welche Kosten kommen auf Sie zu?

Die Hunde sind über uns haftpflichtversichert, ebenso übernehmen wir auch evtl. Tierarztkosten. Wir würden uns allerdings freuen, wenn Sie für Futterkosten selbst aufkommen könnten. Aber auch dies sollte kein Hindernis darstellen.


Mein Erfahrungsbericht

Zu sagen, dass das gar nicht schwer ist, wäre allerdings nicht richtig. Denn es ist schon ein Aufgabe, die Pflege für so ein armes Geschöpf zu übernehmen. Meistens haben sie keinerlei Erziehung, wurden geschlagen und sind deshalb sehr ängstlich, sind nicht stubenrein, sind sehr dünn und müssen gepäppelt werden. Im Grunde weiss man in den meisten Fällen nicht sehr viel von seinem Pflegetier. Die ersten Tage der Eingewöhnung sind nicht einfach - für Tier und Mensch. Doch dann geht es bergauf. Die Nase hat sich langsam von den Reisestrapazen erholt und beginnt, sich an sein neues Umfeld zu gewöhnen. Langsam kommt man in den Tagesrythmus und Schritt für Schritt kann man sehen, welchen Charakter das Tier wirklich hat, wie es sich entwickelt; das Fell beginnt zu glänzen, man wird schon freudig begrüsst, wenn man zur Tür rein kommt usw. Das ist schon ein super tolles Gefühl, mit anzusehen, wie ein vormals geschundenes Wesen langsam wieder Vertrauen aufbaut, fröhlich und lustig wird, oder auch einfach nur zufrieden mit einem warmen Plätzchen am Ofen ist.

Hat sich der Hund nun eingewöhnt, kann man langsam beginnen, ihm vorsichtig das Hunde-Einmaleins beizubringen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass gerade diese Tiere wahnsinnig schnell lernen und lernen wollen. Sie sind für jede Streicheleinheit unendlich dankbar. Langsam geht nun alles seinen gewohnten Gang und man vergisst völlig, dass es ja hier noch nicht im Zuhause, sondern nur auf “Durchreise” ist. Gerade dann kommt meistens eine email oder ein Anruf, dass es sehr nette Interessenten gibt und man doch einen Termin vereinbaren soll.

Abschied nehmen, ist - zumindest für mich - der schwierigste Abschnitt; je nachdem wieviel Mühe man aufgewendet hat oder wie schwierig der Hund anfangs war, sich dann aber zum Traumhund (vielleicht mit ein paar Macken) entwickelt hat, desto schwerer fällt einem dann der Abschied. Als Pflegestelle kann man ja dann immer noch die Notbremse ziehen und ihn selber behalten. Aber das wäre ja nicht der Sinn und Zweck der Sache, denn die nächsten Pfleglinge stehen meistens schon Schlange. Alles Negative hat auch was Positives. Ein warmes Plätzchen wird frei für den nächsten, der es nun viel viel dringender braucht.

Nach der ersten Nacht kommt der Bericht der neuen Eltern, wie toll der Hund die Nacht verbracht hat und die Autofahrt und und und, und er hat überhaupt nicht geweint! SUPER, ich heule mir die Augen aus und diese treulose Tomate weint mir nicht eine Träne nach. Das sind Gedanken, die einem Menschen durch den Kopf gehen. ABER : Der Hund denkt anders, denn Hunde sind Opportunisten, d.h. es gefällt ihnen überall, wo es ihnen gut geht und wo sie genug zu fressen haben. Tja, so ist das nun mal. Gott sei Dank muss man sagen, dass ein Hund in dieser Beziehung meistens sehr unkompliziert und flexibel ist.

Mittlerweile sind durch meine Hände mehr als 150 Pfleglinge gegangen und es werden mit Sicherheit noch mehr. Denn die Berichte und Bilder der neuen Besitzer bestätigen mich immer und geben mir das nötige Glücksgefühl, um weiter zu machen, denn

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